Trend Watch: Winterliches Weinwandern in der Südsteiermark

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Trend Watch: Winterliches Weinwandern in der Südsteiermark

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Trend Watch: Winterliches Weinwandern in der Südsteiermark

Wenn die Reben ruhen und das Licht klarer wird, beginnt im südsteirischen Weinland eine besonders stille, intensive Zeit. Eine Einladung an Genießer, Entdecker – und all jene, die Landschaft lieber mit Muße erleben.

Wenn der Winter die Bühne übernimmt

Der Herbst ist gegangen, die Trauben sind gelesen. Doch wer nun glaubt, das südsteirische Weinland ziehe sich in den Winterschlaf zurück, unterschätzt seinen Reiz. Gerade in der kalten Jahreszeit entfaltet die Region eine leise, beinahe poetische Kraft. Die Wege werden ruhiger, die Landschaft weiter, der Blick freier. Und plötzlich gehört das Paradies wieder jenen, die es wirklich sehen wollen.

Genusswandern mit Aussicht

Die Südsteiermark ist seit jeher ein Refugium für Genießer. Sanfte Hügel statt schroffer Gipfel, Panoramen statt Höhenmeterrekorde. Im Winter kommt ein unschlagbarer Vorteil hinzu: Die großen Besucherströme bleiben aus. Was bleibt, ist Raum – für Natur, für Begegnungen und für das bewusste Unterwegssein.

Zwar gönnen sich manche Buschenschenken eine Winterpause, doch andere setzen bewusst auf Gemütlichkeit. Dort knistert das Kaminfeuer, es duftet nach Hausgemachtem, und die Zeit scheint langsamer zu vergehen.

Ins Land einischaun

Klare Luft, tief stehende Sonne und weite Blicke – genau das macht winterliches Wandern hier so besonders. Entlang der südsteirischen Weinstraßen reihen sich Aussichtspunkte, die jetzt den Blick auf eine ruhende, fast meditative Landschaft freigeben.

Am weitesten der Sonne entgegen kommt man am Demmerkogel, der höchsten Erhebung der Südweststeiermark. Die neu errichtete Warte aus Stahl und Holz ersetzt das frühere Bauwerk und belohnt nach 140 Stufen mit einem Rundumblick, der seinesgleichen sucht – herrschaftlich, weit und überraschend modern.

Die Höcher Runde: Südsteiermark im Überblick

Die Höcher Runde bündelt viele der schönsten Facetten der Region in einer einzigen Tour. Von St. Andrä im Sausal führt der Weg durch Wälder und über Wiesen, stets begleitet von sanftem Auf und Ab, bis er in den Weinwanderweg mündet. Wissensstationen vermitteln im Vorbeigehen Spannendes über Reben, Böden und Winzerhandwerk.

Ein unübersehbarer Höhepunkt wartet am Kalkriegel: Hier thront der größte Klapotetz der Welt – Symbol und Herzstück der Region. Nach dem Abstecher zur Demmerkogel-Warte führt der Abstieg vorbei an zahlreichen Buschenschenken, die mit regionalen Köstlichkeiten neue Energie schenken.

Klapotetz & Kultur rund um Leutschach

Noch tiefer taucht man in die Identität der Südsteiermark auf dem Klapotetzwanderweg rund um Leutschach ein. Auf rund 18 Kilometern erzählt der Weg die Geschichte der ursteirischen Windräder – von ihrem Zweck bis zu ihren vielfältigen Erscheinungsformen.

Dass Genuss hier nie zu kurz kommt, versteht sich von selbst: Mehrere Einkehrmöglichkeiten säumen die Strecke, viele davon heißen Gäste auch an sonnigen Winterwochenenden willkommen.

Weitblicke mit Geschichte

Freie Sicht garantiert auch die Kreuzkogel-Warte am Kogelberg. Nach einem kurzen Spaziergang erreicht man das historische Bauwerk, das seit über 150 Jahren über die Landschaft wacht. An klaren Tagen scheint alles greifbar nah: Kor- und Gleinalm, die slowenischen Alpen, sogar Schloss Seggau.

Der Rückweg führt direkt zur Weinbauschule Silberberg. Hier trifft fundiertes Wissen auf anschauliche Vermittlung. Der neu gestaltete Obst- und Weinlehrpfad verbindet einen Spaziergang durch die hauseigenen Weingärten mit einem kompakten Einblick in Rebsorten, Anbau und Terroir.

Bodenschätze für Genießer

Im Südosten der Steiermark offenbart der Boden seine Schätze auf besonders vielfältige Weise. Das steirische Vulkanland zählt längst zu den spannendsten Kulinarikregionen Österreichs. Doch nicht nur kulinarisch, auch thermisch zeigt sich die Erde hier großzügig.

Thermalquellen sprudeln an mehreren Orten aus der Tiefe und schenken gerade im Winter wohltuende Wärme für Körper und Seele. Der perfekte Abschluss eines genussvollen Wandertages.

Weinweg der Sinne & Vinotheken-Glück

Ausgehend von St. Anna am Aigen macht der Weinweg der Sinne seinem Namen alle Ehre. Über ehemalige Vulkanhügel führt er durch Obst- und Weingärten bis zum Aussichtsturm in Frutten-Gießelsdorf. Die Panoramen sind spektakulär, der Weg abwechslungsreich.

Am Rückweg laden Buschenschenken zu einer Pause, bevor der Pfad direkt bei der Gesamtsteirischen Vinothek endet. Über 100 Weine stehen hier bereit und beweisen eindrucksvoll, dass die steirische Vielfalt weit über Welschriesling, Weißburgunder und Sauvignon Blanc hinausgeht. Für vollkommene Entspannung sorgt anschließend die nahegelegene Therme Bad Gleichenberg.

Vulkanische Vielfalt rund um Tieschen

Wer tiefer in die Welt der Reben eintauchen möchte, folgt dem TAU-Weg der Riede rund um Tieschen. Der rund 18 Kilometer lange Pfad führt durch Weingärten, über Stock und Stein, direkt in die Heimat der steirischen Burgunder.

Elf Weingüter haben sich hier zu den TAU-Winzern zusammengeschlossen. Ihre Weine – Cuvées aus Grau- und Weißburgunder sowie Chardonnay – spiegeln die vulkanischen Böden, das milde Klima und die individuelle Handschrift jedes Betriebs wider. Nach rund fünf Stunden Wanderzeit wartet Erholung in der Parktherme Bad Radkersburg, nur wenige Autominuten entfernt.

Winterzeit ist Kellerzeit

Ein besonderes Highlight des Winters spielt sich abseits der Wanderwege ab – im Keller. Denn jetzt reifen die neuen Jahrgänge in über 250 südsteirischen Weingütern ihrer Perfektion entgegen. Im Januar und Februar öffnen viele Betriebe ihre Türen zu Fassprobenverkostungen.

Hier darf probiert, gefragt und diskutiert werden. Die jungen Weine werden direkt aus dem Fass verkostet, ihr Charakter zeigt sich bereits erstaunlich klar. Oft kristallisiert sich schon jetzt ein Favorit heraus – ein Versprechen für den Frühling, wenn die Gastgärten wieder öffnen, die Landschaft in sattem Grün erstrahlt und die ersten Flaschen der neuen Jahrgänge auf Genießer warten.

Winterliches Weinwandern in der Südsteiermark ist kein Geheimtipp – sondern ein stiller Luxus. Einer, den man sich gönnen sollte.